Wann ist es Zeit für den Topf?


Eine Geschichte die gerne über den Osten erzählt wird, ist die des Toilettenzwanges. Merkwürdigerweise berichten jedoch bloß Menschen darüber, die im Westen geboren wurden. Fakt ist, dass bis heute in den Kindergärten der neuen Bundesländer die Kinder vor der Mittagsruhe gefragt werden, ob sie noch mal auf Toilette müssen. Die meisten entscheiden sich dafür. Wie Lemminge.

Lieber zu früh als zu spät

Sinn und Zweck des Ganzen ist, den Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, wann es angebracht ist nochmal zu gehen. Schließlich ist es eines der unangenehmsten Dinge das kuschelige Bett mitten in der Nacht verlassen zu müssen, nur um niederen Instinkten nachzugehen. Natürlich hilft es den Kleinen auch, nicht einzunässen. Denn während des kurzen Mittagsschlafes sammelt sich so dafür nicht genügend Urin an. Früher erkannte man die Bettnässer daran, dass sie die letzten in der Krippengruppe waren, die Windeln trugen. Heute ist das nicht mehr so auszumachen, da sich die Tragezeit für Windeln stark verlängert hat. Dreijährige mit Windeln sind für Erzieherinnen nichts besonderes mehr.

Mehr Lob als Leid

Die meisten begannen früher um den ersten Geburtstag herum, das Kind an den Topf zu gewöhnen. Mit viel Geduld und Loben war das Kleine dann mit eineinhalb windelfrei und trug höchstens nachts eine, um einen ruhigen Schlaf zu garantieren und das Bett vor kleinen Unfällen zu schützen. Das könnte heute noch so gemacht werden, denn schaden tut es den Kindern nicht. Solange man immer positiv und unterstützend ist und beim nassen Bett nicht anfängt zu meckern kann man die Kleinen ziemlich schnell groß kriegen.